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Veröffentlicht am: 05.12.2022
Landrat Thomas Eberth
Landrat Thomas Eberth

Grußwort von Landrat Thomas Eberth zu Weihnachten und Neujahr 2022/23

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Kinder und Jugendliche,

der argentinische Freiheitskämpfer Ernesto Che Guevara meinte: „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“. Tatkraft, Mitgefühl und das füreinander Eintreten sind in diesen Zeiten die wichtigsten Triebfedern, um mit Menschlichkeit und Friedenswillen der Spirale von Angst, Gewalt und Krieg das uns Mögliche entgegenzuhalten. Dieses Jahr hat uns wachgerüttelt und gezeigt, wie wichtig es ist, innerhalb unserer bundesdeutschen Gesellschaft, in Europa und mit den von Krieg und Gewalt bedrohten Menschen in der Ukraine solidarisch zu sein.

In der Zeit um Weihnachten und mit Blick auf das vor uns liegende neue Jahr 2023 wächst die Sehnsucht nach Sicherheit und Frieden. Auf einen Frieden, von dem wir in Europa bis zum 24. Februar 2022 nicht geglaubt hatten, dass er in Gefahr sein könnte. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine schockierte die westliche Welt, deren Werte und Politik seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf Verständigung und Diplomatie, auf Verständnis und Miteinander aufbauen. Mit dem gegenseitigen Respekt der Völker und der Absicht, „Wandel durch Handel“ zu bewirken, konnten wir den Wohlstand und die Sicherheit erreichen, die wir seit mehr als sieben Jahrzehnten erleben durften.

Eine Zeit der Krisen – und der Chancen?

Heute fordern uns gleich mehrere Krisen heraus: Die Corona-Pandemie mit ihren Folgen für das Gesundheitssystem ist nicht vorüber, der Klimawandel längst nicht bewältigt und wir müssen mit den Klimaanpassungen leben und arbeiten, die Energieknappheit und die Inflation machen uns allen große Sorgen und die Aufnahme der vor Krieg und Gewalt flüchtenden Menschen in unsere Städte und Gemeinden stellt uns vor große Herausforderungen. Wir alle machen uns angesichts dieser Probleme große Sorgen. Es ist nur verständlich, dass viele von uns Angst vor der Zukunft haben.

Ich bin aber auch davon überzeugt, dass in diesen krisenhaften Umständen auch große Chancen liegen. Besonders wertvoll für unser Gemeinwesen war die überwältigende Hilfsbereitschaft, die viele von Ihnen im Frühjahr den Geflüchteten aus der Ukraine entgegengebracht haben – und es heute noch tun. Wohnraum, Hilfe bei Behördengängen, Deutschunterricht, Kinderbetreuung – es gab großartige Unterstützung, die zeigte, dass wir nicht wohlstandsgesättigt und hartherzig geworden sind, sondern helfen wollen und können.

Für diese Hilfsbereitschaft und Solidarität mit den Menschen aus der Ukraine möchte ich Ihnen allen ganz herzlich danken. Denn ohne die Unterstützung der Gemeinden und der Menschen vor Ort könnten wir als Landkreis die gesetzlich gebotene und menschliche Not abwendende Hilfe für Geflüchtete nicht leisten.

Der Landkreis Würzburg: Eine starke Solidargemeinschaft

Ohne gemeinsame Anstrengungen können wir keine der aktuellen Krisen meistern. Dieses Zusammenstehen in Notlagen verweist auch auf ein freudiges Ereignis in diesem Jahr: Unser Landkreis Würzburg ist in seiner 50-jährigen Geschichte zu einer Solidargemeinschaft zusammengewachsen, die auch in schwierigen Zeiten aufeinander Acht gibt – dies durften wir mit vielen von Ihnen beim großen Jubiläumswochenende im Juli gebührend feiern! Wir können alle stolz sein auf die Entwicklung unseres Landkreises, der in einem halben Jahrhundert mit seinen 52 Gemeinden und 113 Ortsteilen als eine Region gilt, in der die mittlerweile mehr als 165.000 Menschen gerne und gut leben können.

Und trotz des Krisenmodus, in dem das Landratsamt nun schon seit dem Beginn der Corona-Pandemie arbeitet, konnten wir wichtige Weichen für die Zukunft des Landkreises stellen: Wir haben den Neubau der Förderschule in Gaukönigshofen auf den Weg gebracht, ebenso die Erweiterungen der Realschule in Höchberg und des Gymnasiums Veitshöchheim. Denn Investitionen in die bestmögliche Bildung unserer Kinder und Jugendlichen in den landkreiseigenen Schulen haben oberste Priorität.

Der Kreistag hat mit der Förderung von erneuerbaren Energien und der Gründung eines eigenen Fachbereichs „Klimaschutz, Energiewende und Mobilität“ deutliche Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz gesetzt. Die Investitionen in die Main-Klinik Ochsenfurt, in unser Straßennetz und in den Öffentlichen Personennahverkehr dienen ebenfalls der Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger.

Wir können auch froh und dankbar auf dieses Jahr zurückblicken, denn wir konnten wieder schöne gemeinsame Momente erleben: Fußball im Stadion, Kino, Konzerte und Feiern, die Reise in den Urlaub, die Feier zur Hochzeit, die rund 150 Veranstaltungen im Kulturherbst und vieles andere mehr war wieder möglich. Von Feuerwehrehrung bis Theateraufführung, von Weinfest bis Kirchweih: wir durften wieder miteinander erleben, wie vielfältig und bunt unser Landkreis Würzburg ist.

So wünsche ich Ihnen, dass wir in schönen Erinnerungen Weihnachten als Fest der Hoffnung und der Freude am Miteinander feiern können. Machen wir uns bewusst: Auch in schwierigen Zeiten ist es wichtig, für herzwärmende Momente zu sorgen und trotz aller Umstände wertvolle Zeit mit Familie, Freunden und Bekannten zu verbringen - und eben auch Solidarität zu leben!

Ich wünsche Ihnen allen gesegnete Weihnachten, zwischen den Jahren Zeit zum Innehalten und Durchschnaufen und einen guten Start in ein gesundes, friedliches und hoffnungsvolles neues Jahr 2023.

Ihr

Thomas Eberth

Landrat des Landkreises Würzburg